
Das Bienenvolk braucht nach außen einen Schutz für die Waben, Zellen und die im Volk lebenden Bienen. Der Grund dafür sind die schwankenden Witterungseinflüsse sowie Räuber (Vögel, Mäuse). Ohne Zutun des Menschen sucht der wilde Bienenschwarm Hohlräume, vornehmlich in Bäumen. In alten Zeiten nutzten dies die Imker, auch Zeidler genannt, indem sie eigene Höhlungen in lebenden Bäumen schlugen und mit einem Brett verschlossen.
Daneben entwickelte sich im Mittelalter die Hausimkerei. Man siedelte die Bienen in der Nähe der menschlichen Wohnungen an und gab ihnen eigene Unterkünfte. Diese nannte und nennt man heute noch „Beuten“. Die ersten künstlichen Bienenwohnungen waren den natürlichen Behausungen sehr ähnlich: man höhlte Baumstümpfe aus, formte Tonröhren oder fertigte Körbe aus Stroh oder anderem Material. Darin bauten die Bienen ihre Waben: von oben nach unten und parallel zueinander. Der Wabenbau war fest in der Beute verankert („Stabilbau“; feste Wabe), d.h. der Honig musste mitsamt den Waben herausgeschnitten werden.
Später kam man dahinter, dass die Bienen ihre Waben auch in vorgegebene (Holz-)Rahmen einfügen, wenn man an der Oberleiste einen schmalen Wachsstreifen anbringt und die Rahmen in dem naturgegebenen Abstand von 35 mm (von Wabenmitte zu Wabenmitte) anordnet. Hält man zwischen den Rahmenleisten und den Wanden der Bienenwohnung einen Abstand von etwa 8 mm („bee space“), dann wird dieser nicht mit Wabenbau ausgefüllt und man kann die gerahmten Waben einzeln aus dem Bienenkasten herausnehmen („Mobilbau“; bewegliche Wabe).
Diese Entdeckung wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gleich mehrmals, etwa gleichzeitig gemacht, in Deutschland und Amerika:
- Deutschland: durch Pfarrer Dzierzon und Baron von Berlepsch – sie entwickelten Bienenkästen, die von hinten zugänglich waren („Hinterlader“)
- Amerika: durch Pastor Langstroth – er entdeckte den „bee space“ bei der Arbeit in einer von oben zugänglicher Beute („Oberlader“).
Von Amerika aus trat der Oberlader seinen Siegeszug um die ganze Welt an. Hier gibt es 2 Typen: die „Trogbeute“, bei der der Boden fest mit dem Kasten verbunden ist, und das „Magazin“, ein Baukastenprinzip mit losen Teilen: Bodenbrett, mehrere Zargen und einen Deckel. Das weltweit verbreiteteste Magazin ist die Langstroth-Beute; das Rähmchenmaß ist in Zoll festgelegt. In Deutschland gibt es ein genormtes Rähmchen, das in seiner Größe dem Langstrothmaß fast gleichkommt – es ist das „Zander“-Maß.
Grundsätzlich bestehen heute 3 mögliche Betriebsweisen hinsichtlich einer Honigbienenhaltung, mit den entsprechenden Beuten:
- Eine intensive Bewirtschaftung mit hoher Ertragserwartung – z.B. anhand eines Beutenmagazins (z.B. „Erlanger Magazin“) – mit Zander-Rähmchen
- Eine extensive Bewirtschaftung ohne Ertragserwartung – z.B. anhand einer Oberträgerbeute („Trogbeute“) – ohne Rähmchen
- Eine „Mischung“ aus Trogbeute und Magazin stellt die Dadant-Beute dar, mit einem Brutraum und halbhohen Honigräumen – also mit zwei unterschiedlichen Rähmchen.
Arten- bzw. Beutenvielfalt ist in Ökosystemen ein Zeichen von Reichtum; Varianten und Variationen in der Technik und in Vorgehensweisen sind Zeichen für Kreativität, die notwendig ist, um etwas zu verbessern. So haben auch wir unsere Imkerei mit dem „Erlanger Magazin“ gestartet – d.h. mit zwei Bruträumen und Zanderrähmchen. Das Halten von Bienen in zwei Bruträumen gefiel uns aber nicht, so dass wir zur Dadant-Betriebsweise gewechselt haben, mit einem Brutraum und halbhohen Honigräumen. Diese Betriebsweise findet mittlerweile zunehmend Akzeptanz auch bei Hobbyimkern.
Nun hatten wir aber viele Erlanger Beuten und entsprechendes Zubehör (Absperrgitter, Bienenflucht, Böden, Deckel) im „Zander-Maß“, welche wir nicht entsorgen wollten. Daher haben wir uns für das „Zadant“-Maß entschieden: diese Rähmchen haben in der Länge das gleiche Maße wie die Zander-Rähmchen, die Tiefe entspricht allerdings den Dadant-Rähmchen – sind also größer als die Zander-Rähmchen, was eine Betriebsweise in einem Brutraum ermöglicht. Die entsprechenden Brutzargen wurden von uns selbst hergestellt, indem die klassischen alten Zander-Bruträume verlängert wurden. Nach nunmehr über 10 Jahren im Einsatz, entstand bei uns nun der Wunsch, den Bienen neue Bruträume – wieder auf Basis des Erlanger Magazins – zu gönnen.
Unsere Bauanleitung hierzu finden Sie im Download Bereich.
